Film Gesundes Bauen

BlueHub drehte ein Video des Venloer Stadtamtes aus der Perspektive der “Gesundheit”. Sie taten dies für das Healthy Building Network, wo sie unsere beiden Kollegen Michel Weijers und Bas van de Westerlo interviewten.

Klicken Sie hier, um diesen kurzen Film anzusehen.

Lessons learned: Bisherige Erkenntnisse vom Bau des Neuen Venloer Rathauses

Das neue Venloer Rathaus (Stadskantoor Venlo) ist ein Beispielgebäude im Bereich des zirkulären (Cradle to Cradle), grünen und gesunden Bauens. Zur Vorbereitung dieses Pilotprojekts wurde ein Business Case erarbeitet, in dem die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) anstelle der üblichen Amortisationszeiten betrachtet wurden. Ein bahnbrechender Schritt, bei dem die Gemeinde Venlo mit BBN, Kraaijvanger, RoyalhaskoningDHV & C2C ExpoLAB kooperierte.

Das Gebäude wurde 2016 in Betrieb genommen und erst kürzlich hat die Gemeinde Venlo HEVO BV damit beauftragt zu untersuchen, ob der Business Case auch wie geplant aufgegangen ist. Die Erstellung eines solchen Geschäftsszenarios war für alle Parteien Neuland. Auch wenn er deshalb noch nicht perfekt war, diente er uns dennoch als Inspirationsquelle und war ein guter erster Schritt in die richtige Richtung. Durch die Untersuchung sowohl des Business Cases als auch des gesamten Bauprojekts möchten wir Lehren daraus ziehen, um kontinuierlich weitere Verbesserungen vornehmen zu können.

Hierzu HEVO: „Im Bausektor ist es ungewöhnlich, dass eine umfassende Bewertung durchgeführt wird. Dies geschieht höchstens nach Abschluss der Bauphase. Eine Auswertung, bei der die Ergebnisse aus der Nutzungsphase mit den Vorhersagen in der Entwurfsphase verglichen werden, ist noch seltener. Es freut uns daher sehr, dass die Gemeinde Venlo das Projekt weiterhin untersuchen möchte. Dies ist eine äußerst wichtige Ressource für das Lernen und die bessere Umsetzung neuer Projekte.“

Die bisher gezogenen Lehren aus der Planung und dem Bau des Stadkantoors Venlo werden in den folgenden neun Punkten aufgelistet:

  1. Erstellen Sie einen integralen Business Case, in dem alle relevanten Kostenarten enthalten sind.
  2. Begründen Sie die Variablen im Geschäftsfall; dies ist notwendig, um den Business Case anschließend verifizieren und überprüfen zu können. Stellen Sie sicher, dass Sie auch nach einigen Jahren noch wissen, woher die verwendeten Zahlen, die Begründung für die Auswahl einer Option und die Begründung für die Abweichung stammen, unabhängig von den beteiligten Personen. Denken Sie über die Arbeitsmethode des Systems Engineering nach. Stellen Sie sicher, dass Quelldaten und Quellenangaben enthalten sind.
  3. Im vorliegenden Business Case des neuen Venloer Rathauses (erstellt vor 2016) wurde ein Referenzgebäude mit dem Stadtbüro von Venlo in Bezug auf Wasser und Energie verglichen (1% der Kosten des Arbeitgebers). Wir haben nun weitere Schritte unternommen, sodass der Restwert von Material, Produktivität und Fehlzeiten (95% der Kosten des Arbeitgebers) ebenfalls mit einbezogen werden können. Dieses neue Gebäude hat vielen Menschen die Augen geöffnet, dass der Business Case für gesunde und produktive Mitarbeiter (90% der Kosten des Arbeitgebers) noch interessanter ist, als nur die Amortisationseffekte der Lenkung auf Energieeinsparungen, Wartung und Restwert von Materialien zu betrachten.
  4. Stellen Sie sicher, dass ein integriertes Dokumentenmanagementsystem angewendet wird, damit alle Informationen aus der Bau- und Nutzungsphase anschließend verfügbar sind. Trotz der Tatsache, dass alle Informationen digital verfügbar sind, scheinen sie schnell verloren zu gehen.
  5. Lassen Sie komplexe Kostenvoranschläge und Amortisationszeiten vor der Entscheidungsfindung von einer unabhängigen Partei überprüfen.
  6. Bei Vergleichen zwischen einem nachhaltigen Gebäude und einem Referenzgebäude müssen vollständige Gebäudeenergiekostenmodelle angewendet werden. Vergleiche zu Teilen / Subsystemen können nicht einfach addiert werden. Diese Arten von Systemen sind jetzt auf dem Markt erhältlich.
  7. Bei der Erstellung von mehrjährigen Wartungsplänen muss die gesamte (geplante) Lebensdauer des Gebäudes berücksichtigt werden. Nach Wartungsangeboten müssen diese an die tatsächlich erwarteten Kosten angepasst werden. Diese sollten jährlich in das Budget der Organisation aufgenommen werden.
  8. Überwachen und veröffentlichen Sie Ihren tatsächlichen Energieverbrauch. Stellen Sie sicher, dass der gesamte Energieverbrauch für die spezifischen Nutzungszwecke gemessen wird. Bewerten Sie regelmäßig den Energieverbrauch im Vergleich zum prognostizierten Verbrauch und untersuchen Sie den Grund für den Unterschied mit möglichen Verbesserungen. Verwalten Sie aktiv die Umsetzung der energiesparenden Beratung.
  9. Die vielleicht wichtigste Schlussfolgerung: Stellen Sie sicher, dass jemand innerhalb der Organisation für die integrale Verwaltung von Informationen (Datenmanagement) und das Lernen aus deren Nutzung verantwortlich ist. Jemand, der leichten Zugang zu den (Nutzungs-)Daten hat und Alarm schlagen kann, wenn Abweichungen festgestellt werden. Dies kann sich auch positiv auf Kosteneinsparungen auswirken!

Die Ergebnisse des Business Cases für das Stadskantoor Venlo konnten weitgehend verifiziert werden. Bei der Betrachtung einzelner Elemente gab es jedoch hier und da einige Verschiebungen, einige positive und einige negative, so dass die Gesamtsumme den Vorhersagen entsprach. Durch die anschließende Prüfung konnte die Organisation ihre Geschäftstätigkeit pünktlich aufnehmen. Und, auch wenn wir leider nicht in die Zukunft sehen können, so können wir den Business Case für zirkuläre und gesunde Gebäude stetig weiterentwickeln, damit die Entscheidungsfindung hinsichtlich eines gesunden und zirkulären Gebäudes unterstützt werden kann.

Sie möchten mehr erfahren?

Michel Weijers vom C2C ExpoLAB (www.c2cexpolab.eu) und Willem Adriaanssen von HEVO BV (www.HEVO.nl) stehen Ihnen hierfür gerne zur Verfügung.

Faktenblatt Gesunde Gebäude

Zusammen mit BlueHub haben wir für das Healthy Building Network ein erstes allgemeines Faktenblatt über gesunde Gebäude entwickelt.

Klicken Sie hier, um dieses Factsheet anzuzeigen:

HBN-Factsheet-Deutsch

Innovationsvoucher

Das Healthy Building Network Gesundes Bauen, dessen Partner und Initiator das C2C ExpoLAB ist, bietet Innovationsgutscheine für gesundes Bauen. Möchten Sie mehr wissen?

Hier geht’s zu Factsheet-Voucher

Vorteile gesunder Gebäude

Blog: Die Rolle des C2C ExpoLAB innerhalb des HBN

Das C2C ExpoLAB ist einer der Initiatoren und gleichzeitig auch Partner des Healthy Building Network. In diesem Blog möchten wir Sie in unsere Rolle für dieses deutsch-niederländische, grenzüberschreitende Innovationsprojekt einführen.

 Klicken Sie hier, um mehr zu lesen.

Pflanzen, ein Mehrwert für ein (gesundes) Gebäude?

Wenn es in einem Gespräch um gesunde Gebäude und/oder ein gesundes Raumklima geht, geht es oft um die Rolle von Grün und Pflanzen. Haben Pflanzen einen (erheblichen) Einfluss auf ein gesundes Raumklima? Darüber sind die Meinungen geteilt. Meiner Meinung nach liegt dies teilweise daran, dass der Einfluss von Pflanzen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden kann.

Als Ingenieurin bin ich keine Expertin auf diesem Gebiet, aber ich habe im Rahmen des Healthy Building Networkviel darüber gelesen und gehört. Da viele Menschen neugierig darauf sind, möchte ich mein Wissen diesbezüglich mit ihnen teilen.

Luftreinigung

Pflanzen können zu einem besseren Innenraumklima beitragen.1 Sie absorbieren schädliche Substanzen über die Blätter und bauen sie dann über die Wurzeln ab (können Sie sich noch an Ihren Biologieunterricht erinnern…?). Grünpflanzen mit vielen Blättern haben einen schnelleren Stoffwechsel und können daher Substanzen schneller abbauen.3a

Verschiedene Pflanzen können verschiedene (oder mehrere) Substanzen wie Formaldehyd, Ammoniak und/ oder Benzol reinigen.1 Eine oder mehrere Pflanzen können jedoch nicht die Konzentrationsabnahme pro Stunde erreichen, die bei der Bürolüftung gemäß der niederländischen Bauverordnung erreicht werden muss. BBA Binnenmilieu hat deutlich gemacht, dass Sie 52 Pflanzen pro 10 m2 benötigen würden.4a Das ist viel….

Zusammenfassend kann man sagen, dass Pflanzen zwar die Luft reinigen, aber dass dies mit Pflanzen allein oft nicht machbar ist.4a Übrigens, wussten Sie, dass Wasser auch zur Beseitigung von Luftverschmutzung beitragen kann?5

Akustik

Pflanzen können auch eine Rolle in der Akustik eines Gebäudes spielen. Zum Beispiel absorbieren Mooswände Schall. Moos ist ein Material, das die Nachhallzeit verkürzen kann. Lärm hat einen starken Zusammenhang mit der Produktivität.5 Pflanzen mit großen Blättern können den Schall besser dämpfen (und sie können auch schädliche Substanzen schneller abbauen, siehe oben). Grüne Wände wirken sich stärker auf die Nachhallzeit aus. Schön zu erwähnen ist, dass die Substrate auch einen Einfluss haben, hauptsächlich auf den menschlichen Sprachbereich.4b

Natur und Grün im Blick

Ich erinnere mich, dass ich während meiner Schul- und Studienzeit immer versucht habe, auf der Fensterseite zu sitzen, damit ich nach draußen schauen konnte. Das war unbewusst, das hat mir gefallen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen die Sicht auf natürliche Elemente genießen. Dies ist ein Beispiel für das biophile Designprinzip (Biophilie bedeutet unsere angeborene Liebe zur Natur und handelt von der angeborenen emotionalen Verbindung von Menschen mit anderen lebenden Organismen).5 Wir müssen nicht unbedingt in der Natur sein, um ein bisschen glücklicher zu werden –der positive Impuls genügt schön. Künstliche Pflanzen, die Farbe Grün und Gemälde der Natur können sich ebenfalls positiv auf unser Wohlbefinden auswirken. Je ähnlicher der Natur, desto besser die Wirkung.6

Darüber hinaus zeigen Forschungen der WUR, dass Menschen, die in einem Raum mit Pflanzen arbeiten, sich seltener krank melden, im Durchschnitt 1,6 Tage weniger pro Mitarbeiter und Jahr.7

Luftfeuchtigkeit

Pflanzen können Ihnen helfen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 35% und 70%.8 Leider ist die Luftfeuchtigkeit in Büros und zu Hause häufig niedriger, was beispielsweise zu Kopfschmerzen oder trockener Haut führen kann. Wenn die Luft dagegen zu feucht ist, kann es wiederum zu Schimmel kommen. Pflanzen können Ihnen helfen, diese Luftfeuchtigkeit zu erhöhen oder zu verringern.

Laut WUR-Forschung ist die Luftfeuchtigkeit in Räumen mit Pflanzen etwa 5% höher als in Räumen ohne Pflanzen, im Winter wurde eine Verbesserung von 17% gemessen. Dieser Effekt wurde bereits bei 1 Pflanze (mit einer Topfgröße von 12 cm) pro 2 m² festgestellt.7

Welche Pflanzen

Im Internet gibt es viele Listen mit den besten Luftreinigern (laut Nasa). Unten finden Sie meine Lieblings-Luftreiniger, welche auch unterhaltsfreundlich sind:10

  1. Goldfruchtpalme – Dypsis lutescens: ein guter Luftreiniger; reinigt auch Xylole und Toluol, oft durch Bewässerung.9+10
  2. Steckenpalme – Rhapis Excelsa: Diese Palme reinigt die Luft etwas weniger als die Goldfruchtpalme, ist aber pflegeleichter, krankheitsresistenter und widerstandsfähiger.10
  3. Bogenhanf – Sansevieria: Diese Pflanze reinigt, im Gegensatz zu anderen Pflanzen, die tagsüber Licht zur Fotosynthese nutzen, die Luft in der Nacht. Sie kann Formaldehyd reinigen und benötigt nicht viel Licht.*9+10
  4. Löffelpflanze – Spathiphyllum Vivald: Ideal für Menschen mit weniger ausgeprägtem grünem Daumen. Diese Pflanze lässt ihre Blätter hängen, wenn sie durstig ist, also kann kaum etwas schiefgehen. Auch diese Pflanze kann die Luft befeuchten und alle untersuchten Stoffe herausfiltern.10
  5. Efeu – Hedera helix: Auch diese Pflanze filtert gut Formaldehyd aus der Luft, aber auch Allergene wie Pilze und Tierkot, sowie Benzol und Trichlorethylen. *10
  6. Bergpalme – Chamaedorea Elegans: Sie hält auch dunklen Räumen stand und kann die Luft von Formaldehyd, Toluol, Xylol und Ammoniak befreien. Daneben sorgt sie dafür, dass die Luft befeuchtet wird.10
  7. Chinesicher Geldbaum – Perea Peperomioides: Auch er filtert Formaldehyd aus der Luft.9+10

Es gibt aber noch viele andere Pflanzen, die einen positiven Einfluss auf das Innenraumklima haben: Lesen Sie zum Beispiel das Buch “How to grow fresh air“, in dem die Top 50 Pflanzen hierzu aufgelistet werden. Aber auch im Internet werden Sie eine Reihe von Listen mit entsprechenden Pflanzen finden.

Schauen Sie sich auch diesen kurzen und sehr interessanten 4-minütigen Tedx über „DIE“ 3-Zimmerpflanzen an, die Luft reinigen.

*Ist für Haustiere giftig.

TIPP: Wussten Sie, dass Feinstaub von Pflanzen aufgefangen wird, indem sie ihn auf den Blättern sammeln? Pflanzen müssen also regelmäßig gereinigt werden (und klopfen Sie sie nicht hinein, denn dann wird der feine Staub wieder freigesetzt).

Fazit

Für Pflanzen, wie auch für andere Faktoren, die ein gesundes Raumklima beeinflussen, gilt, dass bereits vieles über deren Mehrwert erforscht worden ist. Aber leider ist dies immer noch unzureichend, weil es in kleinem Maßstab, fragmentiert und oder nicht unter den richtigen Bedingungen durchgeführt wurde. Die WUR erforscht die tatsächlichen Auswirkungen der großflächigen Anwendung von Pflanzen auf das Raumklima. Sie wollen auch auf die Kosten und den Nutzen achten.11 Ich bin sehr neugierig darauf!

Aber wenn man die durchgeführten Studien liest, und selbst wenn man sie ab und zu nicht ganz so ernst nimmt (ich persönlich finde Zahlen wie eine um 20% verbesserte Produktivität fast zu schön, um wahr zu sein), wird deutlich, dass Pflanzen einen positiven Einfluss auf ein gesundes Raumklima haben. Insbesondere wirken sie sich positiv auf unser Wohlbefinden aus. Sie können auch in anderen Bereichen einen (kleinen) Einfluss haben, aber leider werden sie die Pflanzen in den Büros nicht ersetzen. Es kann also sowieso nicht schaden, Pflanzen zu kaufen, denn selbst gutaussehende Kunstpflanzen und Naturgemälde können unser Wohlbefinden positiv beeinflussen.

Weitere Informationen

Wie bereits erwähnt, bin ich kein Experte auf diesem Gebiet, aber es gibt andere Agenturen, die viel mehr darüber wissen (denken Sie an die WUR, NASA, Alterra, BBA indoor environment, usw.). Nichtsdestotrotz können die obigen Ausführungen Sie dazu anregen, mehr darüber zu lesen (siehe Leseliste unten) oder Pflanzen zu kaufen. Gerade in diesen Zeiten, in denen viele Menschen von zu Hause aus arbeiten und es wichtig ist, dass Sie einen angenehmen „Arbeitsplatz” haben, ist dies etwas, das leicht zu erlernen ist.

Foto: CLICKMANIS via Dreamstime


Leseliste & Quellen Blog Pflanzen

Innovationsworkshop

Business Cases und Restwert von gesunden und zirkulären Materialien und Gebäuden

Wussten Sie, dass 90% der durchschnittlichen Betriebskosten eines mittelständischen Unternehmens auf das Personal entfallen? Und, dass Gebäude so gebaut oder saniert werden können, dass die Produktivität der Mitarbeiter erhöht werden kann? Mit Blick auf die große Gewichtung der Personalkosten kann schon eine Produktivitätssteigerung von 1% einen erheblichen Einfluss auf den Unternehmensumsatz haben. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, bereits mit kleinen Schritten diesem Ziel näher zu kommen.

Ist ein zirkuläres und gesundes Gebäude teurer? Wie sieht ein Business Case für gesunde und zirkuläre Gebäude und Materialien aus? Wie kann man den Restwert eines Materials berechnen? Und was ist mit den Gesamtbetriebskosten eines zirkulären und gesunden Gebäudes?

Diesen und weiteren Fragen möchten wir uns gemeinsam mit Ihnen und unseren Referenten an jenem Tag widmen. Es erwarten Sie spannende Vorträge, die neuesten Erkenntnisse unserer Forschung sowie die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen.
Von besonderem Interesse ist diese Veranstaltung für Bauherren, Bauträger und Produzenten.

Anmeldungen sind bis zum 29. Mai 2019 möglich.

Datum: 12. Juni 2019
Uhrzeit: 09:30 – 13:45 Uhr
Ort: Hotel Van der Valk Venlo, Picasso zaal 1+2, Nijmeegseweg 90, 5916 PT Venlo, Niederlande

Ansprechpartner:
C2C ExpoLAB
Eva Starmans
Tel +31 6 81 88 47 29
E-Mail eva@c2cexpolab.eu

Anmeldung hier.


Programm

09:30 – 10:00 Uhr | Anmeldung

10:00 – 10:15 Uhr | Begrüßung durch Gastgeber & Einführung in das Projekt HBN

10:15 – 10:35 Uhr | Präsentation 1: Van der Valk – Neues nachhaltiges Hotel in Venlo

N.N.

10:35 – 10:55 Uhr | Präsentation 2: Produktivität in gesunden Gebäuden

Prof. Piet Eichholtz, Universität Maastricht

10:55 – 11:15 Uhr | Präsentation 3: Restwert von zirkulären Materialien

Dr. Willemijn van der Werf, TNO & Bas van de Westerlo, C2C ExpoLAB

11:15 – 11:35 Uhr | Präsentation 4: Business Cases für zirkuläre und gesunde Gebäude

Dipl.-Ing. Willem Adriaanssen, HEVO & Michel Weijers, C2C ExpoLAB

11:35 – 12:00 Uhr | Pause

12:00 – 12:30 Uhr | Meet & Match (interaktiver Teil für Teilnehmer)

12:30 – 12:40 Uhr | Erläuterungen zu den angebotenen Vouchern & Möglichkeit zum Pitchen

12:40 – 12:55 Uhr | Auswertung des interaktiven Teils & Zeit für Fragen

12:55 – 13:00 Uhr | Verabschiedung und Ende des Workshops

13:00 – 14:00 Uhr | Lunch & Zeit zum Netzwerken

Programmänderungen vorbehalten.

 

Konsortium entwickelt industriellen Standard für Garne aus Alttextilien

INTERREG-Projekt zum Mischfaser-Recycling gestartet
Konsortium unter Leitung von imat-uve entwickelt industriellen Standard für Garne aus Alttextilien

Mönchengladbach, 23. April 2019. Heutzutage entstehen Recycling-Garne lediglich aus sortenreinen Abfällen, wie zum Beispiel PET-Flaschen oder Plastikmüll aus Meeren. Ein Großteil der textilen Abfälle besteht allerdings aus Faser- und Rohstoffmischungen, so dass sich diese nach Benutzung nicht sortenrein recyceln, sondern lediglich thermisch oder in Downcycling-Verfahren verwerten lassen.

In Vorversuchen ist es nun gelungen, mit Hilfe grober Vorsortierungen und Modifikation eines Spinnverfahrens Garne aus bis zu 100 Prozent recycelten Mischfasern herzustellen. Um die Technologie weiter voranzubringen und in industrielle Prozesse der textilen Kreislaufwirtschaft zu integrieren, formiert sich unter Leitung des Design- und Entwicklungsdienstleisters imat-uve aus Mönchengladbach ein internationales Konsortium. Dessen Ziel ist es, ein Verfahren zum mechanischen Recyclen und Verspinnen von Alttextilien aus Mischfasermaterial zu entwickeln. Damit kann es möglich werden, nicht sortenreinen textilen Abfall in einen Upcycling-Prozess nach industriellem Standard und in Fasermischungen in neuen Garnen zu integrieren.
Die Anforderungen der Automobilindustrie gelten als höchste Ziele der Anwendung, die entwickelten Garne sollen aber auch anderen Branchen wie Architektur, Heimtextil und Bekleidung zur Verfügung stehen. Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft mit Cradle-to-Cradle (C2C) Prinzipien soll das Gemeinschaftsprojekt für eine Reduzierung des CO2-Footprints von Textilien und einer Stärkung der Textilindustrie im Rhein-Maas-Gebiet sorgen. Die Prozess- und Produktinnovation soll genutzt werden, um die Textilindustrie in der Grenzregion Deutschland-Niederlande als Innovationsführer im Bereich Mischfaserrecycling und textiler Kreislaufwirtschaft zu etablieren.

Neben imat-uve besteht das Konsortium aus den Partnern C2C ExpoLab, FBBasic, Stichting Texperium sowie Trützschler. Das Projekt wird im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland durch die Europäische Union unterstützt und vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium (MWIDE NRW), dem niederländischen Ministerie van Economische Zaken en Klimaat (EZK) sowie den Provinzen Limburg und Overijssel mitfinanziert.

Über imat-uve
imat-uve ist ein innovatives, unabhängiges Entwicklungs- und Engineering-Unternehmen, das seine Kunden von der Idee bis zum fertigen Produkt entlang der gesamten Prozesskette unterstützt. Dies umfasst Projektfindung, Design und Entwicklung bis hin zur Erprobung von Material, Bauteilen und Systemen. Ergänzend kommen Projektbetreuung und Personal-Bereitstellung hinzu. In diesem Projekt übernimmt imat-uve die Projektleitung, mit der gesamten Projektplanung (Erarbeitung und -Betreuung des Design of Experience / Prüfplans) und Koordination und Steuerung der Partner-Aktivitäten. imat verfügt über ein eigenes Materiallabor, in welchem die notwendigen Entwicklungs-Prüfungen der Garne und Gewebe durchgeführt werden. Durch imat Textildesigner werden Gewebemusterungen entwickelt, die von einer Weberei in Dienstleistung produziert werden müssen. Hier kommt das bestehende Netzwerk der Textil- und Automobilindustrie von imat zum Tragen. Des Weiteren übernimmt imat gemeinsam mit C2C Expolab die Kommunikations- und PR-Aktivitäten, wie Planung und Durchführung von Messen, Workshops und Veröffentlichungen.

Über Texperium
Texperium ist ein Open Innovation Center für hoch qualitatives Textil-Recycling in den Niederlanden, mit Auswirkungen auf ganz Europa. Das Open Innovation Center hat den Anspruch, dass Textilrecycling und die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in den kommenden Jahren „Business as usual“ und Stand der Technik wird. Diese Zielsetzung wird u.a. durch Kooperation in dem Projekt „Transitagenda Konsum“, welche Teil von „Nederland circulair in 2050“ ist, gestärkt. Texperium ist spezialisiert auf Beratung und Innovation im Bereich Textilien und mechanisches Recycling. Texperium verfügt über hochmoderne Forschungseinrichtungen für Unternehmen und Institutionen, um die Entwicklung von Innovationen in der Textilreproduktion und die Verwendung von Recyclingmaterialien in nachhaltigen und profitablen Anwendungen zu unterstützen. Die Forschungseinrichtung überbrückt die Lücke zwischen wissenschaftlicher Forschung (kleinräumig, wissenschaftsgetrieben) und industrieller Entwicklung durch experimentelle und Pilotanlagen im halbindustriellen Maßstab. In diesem Projekt übernimmt Texperium die technische Garnentwicklung. In Zusammenarbeit mit imat wird der Versuchsplan aufgestellt, und verschiedene Fasermischungen zu Garnen entwickelt. Texperium bringt die technische Kompetenz im Bereich der Recyclingfasern und aber auch Spinnprozesse, die für die hohe Komplexität dieses Projektes notwendig sind.

Über C2C Expolab
Das C2C ExpoLAB ist spezialisiert auf die praktische Anwendung des Cradle-to-Cradle-Prinzips in der bebauten Umwelt und im politischen Handeln von Behörden. Es unterstützt Kunden wie Behörden und Bildungseinrichtungen sowie Bauunternehmer und Architekten. Außerdem berät es auch bei der Formulierung von politischen Zielen, Ausschreibungen und Wiederaufbauprojekten, um mit den Prinzipien des Wirtschaftskreislaufs auf innovative Weise Geld zu verdienen und zu sparen, indem die C2C-Prinzipien auf Projekte angewendet werden. Das C2C Expolab trägt somit dazu bei, eine gesunde, bessere Welt zu schaffen und handelt in der Überzeugung, dass die Anwendung des Wirtschaftskreislaufs und der Cradle-to-Cradle-Prinzipien auch einen positiven Einfluss auf die verschiedenen Business Cases von Unternehmen hat. Nachhaltige Lösungen sollten geschickt miteinander kombiniert werden und so Synergievorteile bringen. Mit jedem neuen Projekt soll der Anspruch weiter steigen und einen deutlichen Mehrwert für den Kunden und die Nutzer des Gebäudes oder Produktes realisieren.

Über FBBasic
Um die textile Produktion in Europa zu halten und in Teilen wieder nach Europa zurückzubringen sind lokal verfügbare Rohstoffe notwendig, jedoch sind hier kaum Rohstoffe vorhanden. Dies ist die Ausgangsbasis für das Prinzip „von Fossil Mining to Urban Mining“. FBBasic mit den Tochterunternehmungen COFA und Cirmar geht zusammen mit Kunden und Partnern nach diesem Prinzip vor, um den Übergang vom passiven zum aktiven Recycling zu schaffen. Die Kernaktivitäten von FBBasic liegen in der Beratung, insbesondere in Bereichen der operativen und IT-Prozesse. Ohne zirkuläre Systeme, wie z.B. Rückführungslogistik und die entsprechenden IT-Systeme für u.a. Materialidentifikation und Track & Trace, sind keine zirkulären Produkte möglich. FBBasic arbeitet mit vielen Branchen zusammen, ein großer Bereich ist dabei Arbeits- und Sicherheitsbekleidung (inkl. Sicherheitsschuhe und persönliche Schutzausrüstungen). Für und mit mehreren Betrieben dieser Branche sind in den vergangenen Jahren einerseits zirkuläre Produkte entwickelt, aber andererseits auch zirkuläre Systeme (wie Rückführungslogistik, Material Passport und Datenbank sowie IT Dashboard für den positiven Impact) aufgebaut worden. Die von FBBasic durchgeführten Projekte finden überwiegend international statt. In diesem Projekt berät FBBasic (in Ergänzung zu den Kernthemen von C2C ExpoLAB) das Konsortium in den Prozessen der Rückführungslogistik und der dazu benötigten IT-Systeme, so dass zu Beginn des Design- und Entwicklungsprozesses der Garne und Produkte bereits das Recycling geplant werden kann. Nur so können wirklich zirkuläre Produkte entstehen. Dieser Input wird auch Platz in den geplanten Workshops finden. Außerdem bringt FBBasic in ein 20 Jahren entwickeltes Netzwerk im Bereich Kreislaufwirtschaft und Textilindustrie mit in das Projekt.

Über Trützschler
Die Trützschler Gruppe ist ein deutscher Textilmaschinenhersteller mit Sitz in Mönchengladbach. Das Familienunternehmen ist in die Geschäftsbereiche Spinning, Nonwovens & Man-Made Fibers und Card Clothing unterteilt. An weltweit acht Standorten werden Maschinen, Anlagen und Zubehör für die Spinnereivorbereitung, die Nonwovens- und die Chemiefaserindustrie produziert. Dazu zählen neben den vier Werken in Deutschland Produktionsstandorte in China, Indien, den USA und Brasilien sowie ein Entwicklungsstandort in der Schweiz. Im Geschäftsbereich Spinning (Garn-Spinnerei) ist die Trützschler Gruppe Technologie- und Marktführer in der Spinnereivorbereitung für die Bereiche Baumwolle und Chemiefasern. Die hoch technologisierten Textilmaschinen unterstützen die Faseraufbereitung von der „Putzerei“, über die „Karde“ bis zu „Strecke“. Erst nach Durchlaufen dieser Prozessschritte kann das so genannte Karden- oder Streckenband den Spinnmaschinen zur Garnproduktion vorgelegt werden. Spinnprozesse und Garnqualität werden wesentlich durch diese Vorarbeit beeinflusst und bestimmt. Die technologische Herausforderung in diesem Prozess besteht in dem Verspinnen von durch Reißprozessen entstandenen sehr kurzen und unterschiedlich dicken Fasern. Die Faseraufbereitung von recycelten Mischfasern ergibt eine sehr inhomogene Fasermasse, weshalb diesem Prozessschritt in dem Projekt eine hohe Wichtigkeit zu Teil wird. Trützschler wird das Konsortium in dieser Herausforderung mit Know-How unterstützen, damit die optimalen Prozessabfolgen und -parameter definiert werden können. Des Weiteren werden von Trützschler im hauseigenen Technikum Maschinenkapazitäten zum Fahren von Versuchsreihen zur Verfügung gestellt werden. Durch die prägnante und etablierte Marktposition in der Textilindustrie der Region und weltweit bringt Trützschler auch ein großes Netzwerk der Faservor- und -aufbereitung, sowie der Spinnerei mit in das Projekt. Die Trützschler Gruppe unterstützt das Projekt auf eigene Kosten, und meldet gegenüber Interreg keine förderfähigen Kosten an.

Ansprechpartner für die Presse:
imat-uve gmbh
Nicola Sengpiel-Bender
Monforts Quartier 31, Schwalmstr. 301
41238 Mönchengladbach
Tel. 0049-2161-6865879
Email: nicola.sengpiel-bender@imat-uve.de